„Schachfieber“ in der Kernzeitbetreuung der Buchhaldenschule ausgebrochen

Über sechs Wochen hinweg infizierten sich 94 Kinder mit dem hochansteckenden „Schachfieber“.

Alles begann mit der Idee einiger alter Schachhasen, in der Kerni erneut eine Schachmeisterschaft auszutragen.

Die Kernzeitleiterin Ute Benz und ihr Team stimmten diesem Vorhaben erfreut zu.

Mit großem Interesse verfolgten die Kinder zunächst die Duelle der erfahrenen Spieler. Schnell entwickelte sich aus der Neugier die Lust, das Spiel selbst zu erlernen. Täglich wuchs die Zahl der Anwärter und das Projekt wurde rasch zu einem Selbstläufer. Das „Schachfieber“ war ausgebrochen.

Die Freude am Spiel steht im Vordergrund und doch entwickeln sich gerade beim Schachspiel in vielerlei Hinsicht planende, strukturierende und analytische Fähigkeiten.

Der Umgang mit komplexen Regeln, das Auswerten der eigenen Fehler und der Überblick über die ständig wechselnden Strategien des Gegners fördern in hohem Maße die Merkfähigkeit und das schnelle, differenzierte und vorausschauende Denkvermögen.

Dabei werden wichtige Kompetenzen wie Konzentration, logisches Denken, Problemlösefähigkeit und Durchhaltevermögen geschult und trainiert.

Der Schachspieler muss sich und seinem Gegner Raum und Zeit geben. Deshalb wirkt Schach beruhigend und hilft, sich zu entspannen und zu seiner Mitte zu finden. Nach außen wirkt das Spiel langsam und beschaulich, im Kopf fahren die Gedanken allerdings zu Höchstleistungen auf. Das Schachspielen kann deshalb als Sportart bezeichnet werden. Forscher haben herausgefunden, dass der Mensch bei einer Schachpartie durch die enorme Gehirnleistung die gleiche Menge an Kalorien verbraucht, wie beim Fußballspielen.

Der Schachspieler muss Regeln einhalten und das Handeln seines Gegners anerkennen. Er lernt den Umgang mit Erfolg und Misserfolg und die Frustrationstoleranz wird gestärkt. Er erfährt, dass sich durch Ehrgeiz und stetiges Üben eine Leistungssteigerung erzielen lässt.

Darüber hinaus kennt Schach keine sprachlichen, kulturellen und sozialen Grenzen, sondern fördert Respekt, Toleranz und das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

 

Sechs Wochen lang konnten die Kinder diese wertvollen Kompetenzen beim Schachführerschein erlernen. Ihre Erfolge wurden in einem Schachpass bestätigt und dokumentiert.

Bei einem kleinen Festakt vor den Faschingsferien durften die Kernikinder mit strahlenden Augen ihren wohlverdienten Schachpokal entgegennehmen.

 

Das „Schachfieber“ hat in der Kernzeitbetreuung inzwischen einen chronischen Zustand erreicht und ist nach wie vor ein äußerst beliebter und wertvoller Bestandteil.

 

Sylvia Sautter